Hilfe für Eltern in seelischen Krisen rund um Schwangerschaft und Geburt

Mit der neuen Mutter/Vater-Kind Station erweitert das Alexius/Josef Krankenhaus sein Angebot für Eltern, die in der sensiblen Phase rund um Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit psychisch erkranken. Postpartale Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen betreffen deutlich mehr Mütter und Väter, als häufig angenommen wird. Gleichzeitig besteht bundesweit eine erhebliche Unterversorgung mit spezialisierten stationären Behandlungsplätzen in der Peripartalpsychiatrie.
In Neuss stehen nun 14 zusätzliche Behandlungsplätze zur Verfügung. Das Angebot richtet sich an Eltern mit Kindern im Alter von 0 bis 18 Monaten. Aufgenommen wird immer das betroffene Elternteil – Mutter oder Vater – gemeinsam mit dem Kind. Das andere Elternteil kann in den therapeutischen Prozess einbezogen werden. Ziel ist es, Eltern frühzeitig zu stabilisieren, sie zu entlasten und ihnen einen geschützten Rahmen für ihre Genesung zu bieten.

Gemeinsam behandeln, Bindung fördern

Ein besonderer Fokus der neuen Station liegt auf der gemeinsamen Aufnahme von Elternteil und Kind. Psychische Erkrankungen nach der Geburt wirken sich häufig auch auf die Beziehung zum Kind aus. Wird die Bindung gezielt gestärkt, kann sich dies positiv auf den gesamten Genesungsprozess auswirken.
Das multiprofessionelle Team bietet ein breit gefächertes Therapieangebot, darunter Einzel- und Gruppentherapien, Ergo-, Musik- und Sporttherapie, Babymassage, Aromatherapie sowie therapeutisch begleitete Mahlzeiten. Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Pflegefachkräfte, Kinderkrankenpfleger, klinische Sozialarbeit und eine Genesungsbegleitung arbeiten eng zusammen. Ergänzt wird das Angebot durch Kooperationen mit Kinderärzten, Hebammen und weiteren Fachstellen. Eine Aufnahme ist kurzfristig möglich – damit Eltern in seelischen Ausnahmesituationen nicht lange auf Hilfe warten müssen.