Einsamkeit als Belastung für die seelische Gesundheit

Einsamkeit ist kein Randphänomen, sondern eine zunehmende gesellschaftliche Herausforderung. Sie kann die seelische Gesundheit erheblich beeinträchtigen und bleibt dabei oft lange unbemerkt. Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit verstärken Erwartungen, Rückblicke und fehlende soziale Kontakte dieses Gefühl und machen Einsamkeit besonders spürbar.

Martin Schwarz, Leiter der Akutstation „Ambrosius“ am Alexius/Josef Krankenhaus, unterscheidet klar zwischen Alleinsein und Einsamkeit. Während Alleinsein bewusst gewählt und entlastend sein kann, wirkt anhaltende Einsamkeit belastend und kann zu sozialem Rückzug, depressiven Symptomen und weiteren psychischen Erkrankungen führen. Hält dieser Zustand länger an, ist professionelle Unterstützung sinnvoll und notwendig.

Warum Nähe, Rituale und frühzeitige Hilfe entscheidend sind

Zwischenmenschliche Beziehungen, feste Rituale und persönliche Gespräche stabilisieren die seelische Gesundheit. Schon einfache Schritte wie ein Anruf, ein offenes Gespräch oder der bewusste Kontakt im direkten Umfeld können helfen, Isolation zu durchbrechen. Entscheidend ist, Einsamkeit nicht für sich zu behalten.

Wenn Gespräche im privaten Umfeld nicht mehr ausreichen oder die Belastung zu groß wird, braucht es fachliche Hilfe. Am Alexius/Josef Krankenhaus finden Menschen in seelischen Krisen jederzeit Unterstützung und Aufnahme – auch kurzfristig. Niemand soll mit Einsamkeit allein bleiben. Dieses Verständnis prägt die tägliche Arbeit der Einrichtung.